Musik

Vinyl pressen

Die ersten Drehversuche der Vertonung

Bereits 1860, lange bevor Vinyl pressen möglich war, gelang es dem Franzosen Édouard-Léon Scott de Martinville, das Kinderlied "Au Clair de la Lune" mit Hilfe des von ihm entwickelten "Phonautograph" für die Nachwelt festzuhalten, allerdings mit dem erheblichen Nachteil, dass sein Apparat nicht in der Lage war, das Stück auch abzuspielen.
Möglich wurde dies durch den 1877 entstandenen "Phonograph" des Amerikaners Thomas Alva Edison.
Doch da der komplizierte Aufbau und die unpraktische Handhabung seiner Erfindung keine wirtschaftlich akzeptable Vervielfältigung zuließ, gilt der Phonograph zwar als erstes, jedoch nicht massentaugliches Speicher- und Abspielmedium.
Es war der deutsche Erfinder und Industrielle Emil Berliner, der im Jahre 1887 eine Methode entwickelte, Schallwellen als mechanische Schwingungen mittels einer Stahlnadel schneckenförmig auf eine mit Ruß überzogene Glasplatte zu bannen, mit deren Negativ es möglich wurde, in großer Stückzahl und somit billiger zu produzieren. 1888 präsentierte Berliner sein “Grammophon” genanntes Abspielgerät.
Die ersten Schallplatten wurden aus dem dafür eher ungeeigneten Zelluloid, aus Hartgummi oder auch aus Zinkplatten hergestellt, ehe 1896 die Schellackplatte eingeführt wurde. Die aus Naturmaterialen hergestellte Scheibe drehte sich quasi in Alleinherrschaft auf den Plattentellern dieser Erde, bis 1948 das wesentlich preiswertere, synthetische Polyvinylchlorid (PVC), kurz Vinyl genannt, seinen Siegeszug um die Welt antrat.

Vinyl pressen - wie kommt der Schall auf die Platte?

Grundsätzlich benötigt man für die industrielle Pressung eine so genannte Pressmatrize, die seit etwa 1980 durch das DMM-Verfahren (Direct Metal Mastering) hergestellt wird. Diese Vorgangsweise hat gegenüber dem bis dahin gängigen Verfahren den Vorteil, dass die Herstellung eines Negativs (Vater) und der daraus erzeugten Positive (Mütter) entfällt. Bei der DMM-Technologie entsteht durch eine kupferbeschichtete Edelstahlplatte, auf welche von einer Schneidemaschine das jeweilige Tonmaterial geschnitten wird, die Pressmatrize (Sohn). Mittels dieser beiden Söhne (einer pro Plattenseite) können nun beliebig viele Schallplatten erzeugt werden, indem das Rohmaterial (150-180 Gramm pro Platte, bestehend aus PVC, PVAc und anderen Zusätzen) samt Etiketten mit einem Druck von ungefähr 80 kg/cm2 und einer Temperatur von 150 °C zwischen die Pressmatrizen gebracht und gepresst wird. Die Pressung dauert etwa 30 Sekunden. Nach dem Entgraten des Randes und dem Abkühlen des Materials ist der Tonträger bereit, abgespielt zu werden.
Ebenso ist es bei der Pressung möglich, schwere Exemplare und unterschiedliche Größen herzustellen.
Auch Gravuren, etliche Farben sowie Bilder lassen sich mit und auf Vinyl pressen.